Terra Nova

Terra Nova Editorial vom 30.11.23

„Frieden bedeutet, die Kommunikation wieder aufzubauen, die verloren gegangen ist.“ Sabine Kuegler

Liebe FreundInnen von Terra Nova,

einige von euch haben – wie wir – den ersten Schnee dieses Winters erlebt. Eine solche Freude – alles ist weich in weiß getaucht, man könnte glauben, alles sei in Ordnung. Vielleicht eine gute Position, auf unsere Gegenwart und Zukunft zu schauen.

Ich möchte mit dir diese Woche einige Gedanken von Sabine Kuegler teilen. Man kennt sie besser als das „Dschungelkind“: Sie wuchs in West-Papua auf, mit ihren Eltern, die als Sprachwissenschaftler beim Stamm der Fayu lebten. Sabine schrieb darüber später das weltbekannt gewordene Buch Dschungelkind. Sie lebt heute in Hamburg. Vor 11 Jahren aber kehrte sie in den Dschungel zurück. Sie war schwer erkrankt, und die westlichen Ärzte hatten sie aufgegeben. Mit dem Verdacht, dass ein noch unbekannter Erreger aus dem großen, heute noch mit Regenwald bedeckten Neuguinea sie erwischt hatte, suchte sie dort nach Heilung – und fand sie auch, fünf Jahre später. Ihr neues Buch „Ich schwimme nicht mehr dort, wo die Krokodile sind“ ist ein Bericht dieser Jahre. Ich war überrascht, wie viele unterschiedliche Kulturen und Lebensentwürfe es dort noch gibt: z.B. ein auffällig glücklich wirkender Stamm, der glaubt, dass Kinder vom großen Geist kommen und Sexualität zum Vergnügen da ist und so oft und unkompliziert vollzogen werden sollte. Viele andere Stämme haben sehr patriarchale, hierarchische und teilweise grausame Sitten. In dem Podcast, das ich mit ihr gemacht habe, reflektiert Sabine über das Leben in einem Stamm und in der westlichen Welt – sie selbst kennt beide Perspektiven sehr gut. 

Sehr berührend fand ich die Vergebungsleistung der Fayu, eines vormals äußerst kriegerischen Stamms, der sich kollektiv entschloss, die Waffen abzulegen und sich mit den Feinden zu versöhnen. Vielleicht macht diese Erfahrung Menschen in heutigen Krisengebieten Mut, ebenfalls den Weg der Vergebung zu gehen.

Beim letzten Samstag auf der Friedensdemonstration in Berlin hatte ich jedenfalls den Eindruck, dass die Friedensbewegung dringend neue Impulse braucht. Hier mein Bericht: Zu brav gegen den Krieg.

Mit herzlichen Friedensgrüßen

Christa

Weitere Einladungen und Empfehlungen aus dem Terra Nova Netzwerk: (dazu bitte auf „Weiterlesen“ klicken)

 

  • Auf der Terra-Nova-Plattform findest du regelmäßig aktuelle Beiträge Texte und die Möglichkeit zum vertieften Studium, Austausch und Kennenlernen. Registriere dich dafür kostenlos – und beschenke uns gern mit einemfinanziellen Beitrag. Schicke mir oder poste auf der Plattform (unter „mitmachen ) deine Texte, Gedanken, Veranstaltungen, Video-Empfehlungen oder weitere Anregungen. In der Karte haben sich bereits viele Menschen und Gemeinschaften eingetragen. Auch du kannst dich dort eintragen und Menschen aus deiner Region finden, um dich mit ihnen zu vernetzen.


  • Jahresgruppe “Die 96” – ONLINE und in PRÄSENZ

    bestehend aus Online-Elementen und drei Präsenzseminaren mit einer Gruppe von Frauen aus Tamera.
    Im Kurspreis inbegriffen ist das Buch “96 Urbilder für den Frieden – Der Steinkreis von Tamera” von Sabine Lichtenfels, sowie das Kartenset “Tameras Steinkreis”.
    „Nur Stämme werden überleben“, … hat Vine Deloria jr., ein indianischer Politikwissenschaftler, Autor und Aktivist aus den USA einmal gesagt. Wenn wir das Wort „Stamm“ in unsere moderne Zeit übertragen, heißt das: Wir Menschen werden nur überleben, wenn wir es lernen, zusammenzuleben, zu kooperieren, zu teilen, einander zuzuhören, Anteil zu neh- men am Schicksal anderer, unsere Masken fallen zu lassen und das voreinander zu offenbaren, was wir aus tiefstem Herzen wünschen und sind. Das Krisengebiet unserer Zeit ist die Beziehung zwischen Menschen. Hier brauchen wir eine Lösung, damit Mensch und Natur überall zur Ruhe kommen und heilen können.
    Wir laden 96 Menschen aus dem deutsch-sprachigen Raum ein zu einem 1-jährigen Gemeinschafts- und Heilungsexperiment. Die Zahl 96 hängt zusammen mit der Anzahl Steine im Steinkreis von Tamera. Gemäß seinem Vorbild, dem Steinkreis bei Almendres (Portugal), repräsentieren die einzelnen Steine verschiedene Aspekte, Elemente oder Charaktere, die sich gegenseitig ergänzen und zusammen eine Friedensgemeinschaft, einen modernen Stamm, bilden. Der Steinkreis bei Almendres wurde damals vor vielen Tausend Jahren gebaut, um nachfolgende Generationen daran zu erinnern, dass es einmal eine gewaltfreie Kultur auf der Erde gegeben hat und gibt uns Anleitungen, wie wir diese Kultur auf dem Stand unserem heutigen Wissens wieder aufbauen können.
    Mehr Informationen und Anmeldung hier

  • Zum Onlinekurs Kontakt zwischen Mensch, Tier &Natur:

 

Aus einer Kurs-Rezension der Zeitschrift Tattva Viveka: 

„Dieser Kurs ist vollumfänglich zu empfehlen, nicht zuletzt wegen der Hingabe und Liebe fürs Detail, mit der er kreiert wurde – Insbesondere werden die großen und tiefen Fragen unserer Zeit angestoßen. Dieser Kurs liefert also allen Menschen, die berührt und inspiriert werden wollen, Nahrung für die Seele.“

Du kannst dich – auch jetzt noch – HIER registrieren. Für Fragen schreibe uns an die E-Mail-Adresse:

Wenn du TeilnehmerIn des Onlinekurses bist: Hast du Lust, einige Eindrücke oder Erkenntnisse mit dem Netzwerk zu teilen? Schicke sie gerne an mich – oder als Kommentar gleich auf die Terra-Nova-Plattform

ANKÜNDIGUNG: Ein „Tag mit Eike“ – Präsenzkurs mit Eike Braunroth (Kooperation mit der Natur) und Heike Kessler (Tamera) am 17. August 2024 in Twistetal/Deutschland. Mehr erfahren hier:

 

 

';